FÜR VIELE ÜBERRASCHEND, mehrten sich im Frühjahr und Sommer des Jahres 2000 die Hinweise darauf, dass auch die Kirchen in Deutschland in das »Zwangsarbeitersystem« des »Dritten Reiches« eingebunden waren. Bis dahin war es in der öffentlichen Diskussion vor allem um die Entschädigungszahlungen der deutschen Industrie für ehemalige Zwangsarbeiter gegangen. IM JULI 2000 (ERKLÄRUNG VOM 20.7.2000) nahm die Deutsche Bischofskonferenz öffentlich zum Thema »Zwangsarbeit in der Kirche« Stellung und forderte die deutschen Diözesen auf, in ihrem jeweiligen Bereich nach Zwangsarbeitern, die in kirchlichen Einrichtungen eingesetzt waren, zu suchen. Nachdem diese Suche sehr schnell erste Ergebnisse brachte, entschloss sich die Katholische Kirche in Deutschland, einen eigenen Weg der Entschädigung der Zwangsarbeiter zu gehen. Am 29. August 2002 wurde nach einer Sitzung des Ständigen Rates der Bischofskonferenz die Einrichtung eines eigenen Entschädigungsfonds bekannt gegeben. Dieser Fonds wurde mit Mitteln in Höhe von 5 Millionen Mark ausgestattet. Nochmal die gleiche Summe wurde für konkrete Versöhnungsarbeit bereitgestellt. AUCH IM ORDINARIAT DES BISTUMS LIMBURG wurden zwei Arbeitsgruppen für die Recherche und für die Versöhnungsarbeit eingerichtet. Aus deren Arbeit erwuchs die Initiative, die Ergebnisse der Recherchen, aber auch der aktiven Versöhnungsarbeit in persönlicher Begegnung mit den Betroffenen in Form einer Ausstellung einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren und so dem Thema »Zwangsarbeit im Dritten Reich« wieder erhöhte Aufmerksamkeit zu verschaffen. DER HESSISCHE RUNDFUNK unterstützte die Ausstellung in Form einer Medienpartnerschaft. In den nächsten zwei Jahren wird die Ausstellung laufend an verschiedenen Orten im Bistum Limburg zu sehen sein, danach soll sie auch Interessierten außerhalb des Bistums angeboten werden.
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