Blick aus dem Limburger Priesterseminar auf die Krankenwagenflotte, im Hintergrund Kloster Marienborn
(Fotos: Bischöfliches Ordinariat Limburg)

Seelsorge an Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern – ein heikles Thema während der NS-Zeit. Hier besucht Cesare Orsenigo, päpstlicher Nuntius in Berlin, 1944 das Lazarett eines Kriegsgefangenenlagers (Foto: Bundesarchiv, Bild 146 II/856).

Der Generalobere der Barmherzigen Brüder von Montabaur, Br. Vitus Dahlbüdding, wurde eingezogen und leitete als Sanitätshauptfeldwebel Lazarette in Montabaur und Limburg (Foto: Generalatsarchiv der Barmherzigen Brüder von Montabaur)

 DIENSTVERPFLICHTUNGEN führten zu einem Personalmangel in kirchlichen Einrichtungen. Seit 1935 wurden Geistliche und Angehörige von Ordensgemeinschaften einberufen, zunächst zum Reichsarbeitsdienst und zur Deutschen Arbeitsfront, später zur Wehrmacht. Seit 1940 war es verboten, neue Laienbrüder und -schwestern in die Konvente aufzunehmen. Vor allem dieser Personalmangel, aber auch drohende Beschlagnahmung und Enteignung veranlassten kirchliche Einrichtungen, die Zuteilung ausländischer Arbeitskräfte zu beantragen und damit am Unrechtssystem der Zwangsverschleppungen und Ausbeutung durch Arbeit teilzuhaben. Dass dies Unrecht war, wurde in der Katholischen Kirche und den Einrichtungen, die von der Beschäftigung von Zwangsarbeitern profitierten, nicht oder erst lange nach Ende des Zweiten Weltkrieges thematisiert.
 3.683 ZWANGSARBEITER IN KIRCHLICHEN EINRICHTUNGEN sind bislang bundesweit nachgewiesen. Die meisten waren in kirchlichen Krankenhäusern und landwirtschaftlichen Betrieben verschiedener Klöster tätig. Viele kirchliche Häuser dienten auch zur Unterbringung von Zwangsarbeitern, die in anderen Betrieben arbeiteten.
 UNZÄHLIGE ZWANGSARBEITER kamen in Deutschland zu Tode – sei es durch direkte Gewalteinwirkung oder durch Hunger und Krankheiten. Ab 1941 standen Zwangsarbeiter, die an ansteckenden Krankheiten litten, in Gefahr, durch die staatlichen Aufsichtsstellen in Vernichtungslager verbracht zu werden. Viele Zwangsarbeiter litten unter erniedrigender und entwürdigender Behandlung. Dabei handelte es sich nicht etwa um Übergriffe Einzelner, zumindest hinsichtlich der »Ostarbeiter« hatte dies System.
Aus kirchlichen Einrichtungen sind derartige Vorkommnisse jedoch bisher so gut wie nicht bekannt.
 KATHOLISCHE PRIESTER UND LAIEN haben sich vor allem religiös-seelsorglich, aber auch durch Hilfe in Alltagsdingen für die Zwangsarbeiter eingesetzt. Unter Missachtung der strengen Vorschriften und der rassenpolitischen Grundregeln des Nationalsozialismus war der alltägliche Umgang oft von Entgegenkommen und heimlicher Zuwendung geprägt. Lebensmittelgeschenke sind hier ebenso zu nennen wie die Überlassung von Fahrrädern und Sonntagskleidern für den Besuch der heiligen Messe. Auch hinter der Übernahme von Kindern, Frauen und Männern, die auf ihren Arbeitsstellen erkrankt waren, in den eigenen Dienst stand nicht selten der Wunsch, deren Los zu bessern.
 »TÖTUNG IST IN SICH SCHLECHT,  auch wenn sie angeblich im Interesse des Gemeinwohls verübt würde: An schuld- und wehrlosen Geistesschwachen und -kranken, an unheilbar Siechen und tödlich Verletzten, an erblich Belasteten und lebensuntüchtigen Neugeborenen, an unschuldigen Geiseln und entwaffneten Kriegs- oder Strafgefangenen, an Menschen fremder Rassen und Abstammung. (...) »Du sollst Deinen Nächsten lieben wie dich selbst. (...).« (Matth. 22,37-40). Beseelt von dieser Liebe, treten wir auch ein für die, die sich am wenigsten selber helfen können: (...); für die schuldlosen Menschen, die nicht unseres Volkes und Blutes sind, für die Ausgesiedelten, für die Gefangenen oder fremdstämmigen Arbeiter, für deren Recht auf menschenwürdige Behandlung und auf sittliche wie religiöse Betreuung.«   
(aus dem Hirtenbrief der Deutschen Bischöfe vom 12. September 1943)
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Überlassung von Kriegsgefangenen (565 kB)

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Anmeldung Edmond B. (262 kB)

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Anmeldung Guy G. (262 kB)

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Anmeldung von Arbeitskräften (Montabaur) (66 kB)

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Bericht Pfarrer Becker (1272 kB)

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Brief an den Reichskirchenminister (1377 kB)

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Brief NSDAP an Pfarrer Schneider (223 kB)

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Brief Pfarrer Hans (90 kB)

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Brief Pfarrvikar Heil (651 kB)

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Brief zur Kriegsgef.-Seelsorge (155 kB)

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Briefwechsel Beichte (471 kB)

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Briefwechsel Polnische Trauung (1224 kB)

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Einladung zum Weihnachtsgottesdienst (151 kB)

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Erlass Polnische Zivilarbeiter (291 kB)

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Erlass Polnische Zivilarbeiter (957 kB)

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Erlass Teilnahme an Feiern (179 kB)

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Erlass Unterbringung Kranker (366 kB)