KAMP ST. JOSEFSHAUS DER ARMEN DIENSTMÄGDE JESU CHRISTI DIE DERNBACHER SCHWESTERN gründeten 1898 eine Niederlassung in Kamp. Im St. Josefshaus betrieben sie ein kleines Altenheim, sorgten sich um die Kindergartenkinder und übten ambulante Krankenpflege aus. 1941 wurde das Gebäude zum Zweck der Einrichtung als Infektionsklinik beschlagnahmt. Die Schwestern, die die Pflege übernahmen, beschäftigten zwischen 1940 und 1945 insgesamt acht osteuropäische Zivilarbeiterinnen als Hilfskräfte in der Landwirtschaft. AUCH EINE ERST 11-JÄHRIGE POLIN war im St. Josefshaus tätig. In der Chronik heißt es: »Am 9.3.1940 schickte uns Herr Bürgermeister eine Polin zu, Hedwig Sch. Das arme Kind weinte fast Tag und Nacht vor Heimweh, aß fast nichts, so daß wir fürchteten für ihr Leben. Aber sie kam nicht fort, zuerst mußte sie Geld zur Heimreise zum Arbeitsamt Niederlahnstein schicken. Seit Juni ist sie nun froher und arbeitet leichte Hausarbeiten.« Das Mädchen aus Skawaze blieb von März bis Juni 1940 in Kamp. Was danach mit ihr geschah, ob sie tatsächlich wieder nach Hause gelangte – darüber schweigen die Quellen. EINE UKRAINISCHE FAMILIE aus Gozd-Lipinski – eine Mutter mit zwei kleinen Töchtern, der Vater arbeitete und wohnte in Ransbach – lebte von Januar bis März 1942 bei den Dernbacher Schwestern. Zwei der beschäftigten Landarbeiterinnen werden in den Akten als »slowenische Absiedlerin« geführt (näheres zum Begriff »Absiedler« im Glossar, bitte das Buchsymbol unten rechts anklicken). NACH ENDE DES KRIEGES war eine Polin für zwei Monate als landwirtschaftliche Arbeiterin bei den Schwestern tätig. Sie wohnte in St. Goarshausen bei ihrem bisherigen Arbeitgeber. Schließlich verließ sie Kamp, um noch einmal nach Polen zu reisen, bevor sie – wieder in Deutschland – in der Krankenpflege bei den Schwestern tätig werden wollte. Ihr Ziel war es jedoch, auszuwandern und zu Verwandten in die Vereinigten Staaten zu gelangen.
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