DERNBACH EINRICHTUNGEN DER ARMEN DIENSTMÄGDE JESU CHRISTI WÄHREND DES ZWEITEN WELTKRIEGES wurden die meisten der 115 Niederlassungen der Dernbacher Schwestern im Bistum Limburg durch Repressalien beeinträchtigt. Vor allem die großen Häuser wurden durch staatliche Inanspruchnahme anderen Bestimmungen zugeführt, einige wurden beschlagnahmt. Im August 1941 verfügte das Regierungspräsidium Wiesbaden zudem die Schließung der konfessionellen Kindergärten und entzog den Schwestern die Konzession für ihre Nähschulen. Damit beschränkte sich ihre Arbeit weitgehend auf den Bereich der ambulanten Krankenpflege. IN DERNBACH verblieben neben dem Generalmutterhaus Kloster Maria Hilf die St. Marien-Anstalt – ein Waisenhaus für Mädchen –, das Herz-Jesu-Krankenhaus und das St. Josefshaus – ein Heim für kranke und alte Schwestern – in Trägerschaft der Dernbacher Schwestern. Während des Zweiten Weltkrieges lebten und arbeiteten nachweislich 20 Zwangsarbeiter in diesen Einrichtungen. DIE DERNBACHER LOHNKARTEN nennen vor allem Landarbeiter aus Polen und der Ukraine, von denen einige nur wenige Monate, andere mehrere Jahre eingesetzt wurden. Darunter befand sich ab 1943 auch ein ganzer russisch-katholischer Familienverband von »Ostarbeitern« aus Oszowo (Ukraine): vier Männer zwischen 15 und 64, zwei davon mit ihren Ehefrauen und kleinen Kindern, von denen ein Kind wohl 1944 in Dernbach geboren wurde. ELTERN MIT KIND erhielten einen Lohnzuschlag von je 5,- Reichsmark im Monat – gleichzeitig wurde von den Schwestern ein »Pflegegeld f. Kind« von je 6,- RM einbehalten. Warum das so war, und in welcher Weise sich die Schwestern um die Pflege dieses Kindes kümmerten, konnte bislang nicht geklärt werden. AUCH MEHRERE »HAUSGEHILFINNEN« wurden in Dernbach beschäftigt, darunter Frauen wie Stanislawa A. aus Budzischewize und Marija A. aus Newel, die an ihren vorherigen Arbeitsstellen erkrankt waren, zur Genesung nach Dernbach kamen und dann dort blieben. Soweit bekannt, wurde nur der Kriegsgefangene Jacques N. aus Paris auch als Krankenpfleger eingesetzt.
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