FRANKFURT
WICHTIGE NICHT-KIRCHLICHE EINRICHTUNGEN

 ARBEITSERZIEHUNGSLAGER (AEL) FRANKFURT-HEDDERNHEIM 
Durch einen Erlass hatte das »Reichssicherheitshauptamt« (RSHA) Ende Oktober 1941 das »Arbeitserziehungslager Heddernheim« genehmigt, das am 1. April 1942 eröffnet wurde. Die Lagergebäude am Zeilweg hatte die Firma Holzmann errichtet. Das AEL unterstand der Frankfurter Gestapo, die Gefangene zumeist aufgrund von Denunziationen ihres eigenen Spitzelsystems oder auf Anweisung des »Sicherheitsdienstes« (SD) einweisen ließ. Nach Aussage eines Gestapo-Beamten kamen rund zwei Drittel aller Anzeigen von Vertrauensleuten der NSDAP in Betrieben und Fremdarbeiterlagern. Mit etwa 300-400 Gefangenen war das Lager in der Regel überbelegt. In den drei Jahren seine Bestehens kamen rund 10.000 Gefangene in dieses AEL, etwa 90 Prozent waren Fremdarbeiter (Russen, Litauer, Polen, Franzosen, Italiener u.a.), 5 Prozent »Reichsdeutsche« und 5 Prozent jüdische Deutsche. Nach der »Haft« drohte Einweisung in ein Konzentrationslager (KZ).
Im Unterschied zu den KZs fungierten die AEL als Orte der Einschüchterung und Disziplinierung, auch für Deutsche, wobei in der Diktion der Lagerordnung besonders die »Arbeitsbummelei« bzw. »Arbeitsvertragsbruch« als Haftgrund angeführt wurde. Die Insassen des Lagers sollten zu »geregelter Arbeit im nationalsozialistischen Sinne« erzogen werden. Die körperliche Arbeitskraft sollte aber aus kriegswirtschaftlichen Erwägungen erhalten bleiben, weshalb die züchtigende Gewaltanwendung innerhalb des Lagers offiziell verboten war. Dennoch kam es zu schlimmen Misshandlungen, wie der Lagerkommandant und »SS-Untersturmführer« Hans Tauber 1951 in seinem Schwurgerichtsprozess bestätigte.
 AUßENLAGER »KATZBACH« DES KZ NATZWEILERR 
Auf dem Werksgelände der Adlerwerke in Frankfurt (Kleyerstraße 45), die eigentlich Automobile, Fahrräder, Schreib- und Buchungsmaschinen produzierten, wurde im August 1944 ein Außenkommando des KZ Natzweiler/Elsaß errichtet. Rund 1.600 KZ-Häftlinge wurden in der Rüstungsproduktion des Werkes eingesetzt. 15-20 Menschen starben täglich, 516 Häftlinge verloren zwischen November 1944 und März 1945 durch Krankheiten und unmenschliche Lagerbedingungen ihr Leben. Nähere Informationen bei Ernst Kaiser/Michael Korn.
 Zur Liste aller Einrichtungen im Bistum Limburg, in denen Zwangsarbeiter untergebracht oder beschäftigt waren.
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 »TOPOGRAPHIE DES TERRORS«  In den Darstellungen zu den kirchlichen Einrichtungen werden auch verschiedene staatliche Einrichtungen erwähnt, die in Zusammenhang mit dem System der Zwangsarbeit in der NS-Zeit stehen. Einige der wichtigsten oder in ihrer Art typischen dieser Einrichtungen werden hier vorgestellt.