DAS HEPPELSTIFT geht auf eine Stiftung des Fabrikantenehepaars Josef und Sophia Heppel an die Dernbacher Schwestern im Jahr 1912 zurück. Ein Haus für junge Mädchen und Dienstmädchen, später auch für ältere Damen, wurde errichtet. 1939 nahmen die Schwestern zudem Flüchtlinge aus dem Saargebiet auf. 1940 arbeiteten sechs französische Kriegsgefangene mit einem Wachmann in Heppels Park. Im August 1942 kam ein ukrainischer Geistlicher, Jaroslaw Polanskyj, ins Haus, der die ukrainischen Zivilarbeiter in den Diözesen Fulda, Limburg und Mainz seelsorglich betreute. Durch Luftangriffe wurde das Gebäude 1944 unbewohnbar. Nachdem die Amerikaner am 26. März 1945 Limburg eingenommen hatten, versuchten die Schwestern, ihre Unterkunft notdürftig wieder herzurichten. Sie wiesen 30 Russen, die sich in Küche, Kapelle und Sakristei eine vorläufige Wohnung gesucht hatten, aus dem Haus. Vier Polen, die ebenfalls dort Unterschlupf gefunden hatten, blieben und halfen bei der Instandsetzung. Namen und Herkunft sämtlicher im Heppelstift tätigen Personen sind bisher nicht nachweisbar.
KLOSTER BETHLEHEM, die erste Niederlassung der Dernbacher Schwestern in der Bischofsstadt, lag auf historischem Boden: Hier wurde bereits 1339 eine klosterähnliche Gemeinschaft der Beginen gegründet. 1478 wurde das Haus, das inzwischen von Frauen bewohnt war, die sich dem Dritten Orden der Franziskaner angeschlossen hatten, erstmals »Bethlehem« genannt. 1817 fiel es der Säkularisation zum Opfer und wurde erst 1882 wieder von den Dernbacher Schwestern besiedelt. Neben der ambulanten Krankenpflege nahmen die Schwestern alte und kranke Menschen in ihr Kloster auf. 1933 versorgten sie 36 alte Menschen im Haus und 428 Personen ambulant. 1941 bis 1945 kochten die Schwestern für französische und russische Kriegsgefangene, die von der Stadt Limburg beschäftigt wurden. Als Entgelt stellte die Stadt dem Haus einen Gefangenen zur Verfügung.