Marienkrankenhaus Frankfurt, zeitgenössiche Ansicht.
(Foto: Bischöfliches Ordinariat Limburg).

Das Monikaheim in Frankfurt, zeitgenössische Ansicht.
(Foto: Bischöfliches Ordinariat Limburg).

FRANKFURT
ARBEITSEINSATZ

 IM STÄDTISCHEN KRANKENHAUS FRANKFURT-HÖCHST wurde der Pflegedienst weitgehend von Dernbacher Schwestern geleitet. Trägerin des Krankenhauses mit 400 Betten war die Stadt Frankfurt, die Schwestern arbeiteten seit 1887 in Gestellungsvertrag im Bereich der Krankenpflege. Da die Schwestern aber die Verwaltungs- und die Personalhoheit auf den einzelnen Stationen inne hatten, unterstanden ihnen faktisch auch die ausländischen Arbeitskräfte – obwohl diese formal von der Stadt Frankfurt angestellt waren. Nachweislich 28 ausländische Personen arbeiteten während der Kriegsjahre dort und erlebten die Schwestern als Vorgesetzte und Arbeitgeber. Unter ihnen waren Belgierinnen, französische Medizinstudenten und Krankenpfleger, Holländerinnen, Norwegerinnen sowie polnische und russische »Hausgehilfinnen« – wenigstens zwei noch minderjährig. Weitere fünf Personen waren nach neu entdeckten Unterlagen als dort wohnhaft gemeldet.
 IM MARIENKRANKENHAUS, das dem Bistum Limburg gehörte, übernahmen die Dernbacher Schwestern 1892 die Krankenpflege und die Krankenpflegeschule. 1941 nahmen sie sechs in Eibingen ausgewiesene Benediktinerinnen auf. Während des Zweiten Weltkrieges musste das Haus 200 der 350 Betten für das Luftschutzlazarett bereithalten. Zur Instandsetzung des Hauses nach einem Bombenangriff 1944 setzte die Stadt Frankfurt französische Kriegsgefangene ein. Ihre Namen sind nicht bekannt. Ermittelt werden konnten bislang jedoch elf Zivilarbeiter, davon eine erst sechzehn, zwei siebzehn Jahre alt. Zwei Polinnen waren zeitweilig auch für das Städtische Krankenhaus Höchst tätig. Neuere Forschungen erbrachten die Namen von neun weiteren Zwangsarbeitern, die im Bereich des Marienkrankenhauses untergebracht waren.
 IM KLOSTER MARIA VOM SIEGE in Griesheim betrieben die Dernbacher Schwestern ein Altersheim. Als dieses Anfang 1944 durch Bomben völlig zerstört wurde, kamen aus dem Lager Schwanheim Russen in ihrer arbeitsfreien Zeit zu Aufräumungsarbeiten. Als Lohn erhielten sie eine Mahlzeit und Kleidung aus dem Bestand des Altenheimes.
 IM MONIKAHEIM in Frankfurt-Gallus versuchten die Schwestern vom Heiligen Geist ihre Arbeit als Anlaufstelle und Unterbringungsort für gefährdete Mädchen und deren Kinder fortzusetzen. Sorgen bereiteten ihnen vor allem die von den Nationalsozialisten angeordneten Zwangssterilisationen und erzwungenen Abtreibungen. Den Schwestern gelang es, sechs von zehn Frauen, die nach Hadamar deportiert worden waren, ins Monikaheim zurückzuholen. Daneben bemühten sie sich, Wohnraum und Essen zur Verfügung zu stellen: 1939 für Evakuierte aus dem Saarland, danach für Schwestern aus dem Ordenshaus in Koblenz, Flüchtlinge und Obdachlose. Bislang konnten die Namen von zwei ausländischen Frauen, eine Belgierin und eine Niederländerin, ermittelt werden, die wenigstens im Monikaheim gelebt haben, dort eventuell aber auch beschäftigt waren. Näheres zu ihnen muss noch geklärt werden.
 Zur Liste aller Einrichtungen im Bistum Limburg, in denen Zwangsarbeiter untergebracht oder beschäftigt waren.
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 NEBEN DEM BETRIEB IHRER EIGENEN HÄUSER  hatten die »Dernbacher Schwestern« in verschiedenen städtischen und kirchlichen Krankenhäusern im Raum Frankfurt und in Oberlahnstein per »Gestellungsvertrag« die Verantwortung für die Organisation und Durchführung der Krankenpflege übernommen. In dieser Funktion wurden sie auch für die dort beschäftigten ZwangsarbeiterInnen zu Vorgesetzten und »Arbeitgebern«.