MINDESTENS ZWEI KRIEGSGEFANGENE UND ZWEI ZIVILARBEITER waren im Obstgut der Missionsschwestern vom Heiligsten Herzen Jesu von Hiltrup land- und bauwirtschaftlich beschäftigt. Über sie heißt es 1939 in der Chronik des Hauses: »Um der Abgabepflicht an Gemüse genügen zu können, wurden uns nach langen Verhandlungen 2 Gefangene zugewiesen, die zum Stalag auf der Schaumburg gehörten. Außerdem konnten wir noch 2 ausländische Arbeiter einstellen, die Kost und Logis im Haus hatten.« Und weiter: »1940 wurde mit dem Bau des Erdhauses begonnen (...). Die Genehmigung bekamen wir nur unter der Versicherung, daß das Haus nur mit eigenen Kräften erstellt würde. Die beiden ausländischen Arbeiter freuten sich sehr, mit dieser Aufgabe betraut zu werden, und holten sich nach Feierabend oft Erkundigungen und Ratschläge beim Bauunternehmer Lenau in Balduinstein ein.«
GEGEN ENDE DES KRIEGES »kamen die vielen Flüchtlinge, Polen, Ukrainer usw. Zum Schluß hatten wir den ganzen freien Hühnerstall voll Ukrainer. Stroh, Matratzen und Decken dienten als Lager. Den Flüchtlingsfrauen bereiteten wir Notunterkunft auf dem Hausboden (...). Und dann kamen die Amerikaner. Sie ließen kein Haus undurchsucht, nur unser Haus haben sie nicht betreten, das hatten wir wohl den Franzosen zu verdanken, die als Gefangene bei uns waren.«