ZWANGSARBEIT IST NICHT GESCHICHTE. Heute, am Beginn des 21. Jahrhunderts, gibt es mehr Sklaven weltweit, als in den vergangenen Jahrhunderten aus Afrika verschleppt wurden. Schätzungen gehen von mindestens 27 Millionen Menschen aus. Das entspricht ungefähr der gemeinsamen Einwohnerzahl Baden-Württembergs, Bayerns und Hessens. DAS BUNDESKRIMINALAMT ermittelte im Jahr 2000 in 321 Gerichtsverfahren wegen Menschenhandels mit insgesamt 926 vorwiegend weiblichen Opfern und 837 vorwiegend männlichen Tatverdächtigen. EINE AKTUELLE STUDIE DER UNICEF, des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen, schätzt die Zahl der in die Europäische Union verkauften Frauen und Kinder auf gegenwärtig rund 120.000. Dieselbe Studie besagt, dass neun von zehn Frauen, die heute auf dem Balkan als Prostituierte arbeiten, von Menschenhändlern dazu gezwungen werden. Insgesamt gibt die UNO die Zahl der jährlichen Opfer von Menschenhandel mit vier Millionen allein bei Kindern und Frauen an. KÖRPERLICHE GEWALT, SCHULDKNECHTSCHAFT, AUSBEUTUNG, häufig sexueller Art, und extreme Armut bestimmen auch das Leben der heute von Zwangsarbeit betroffenen Menschen. Sie führt zum »sozialen Tod« der Betroffenen, zu Entwürdigung und Entwurzelung. Zwangsarbeit und Sklavenhandel werden heute von international operierenden kriminellen Netzwerken organisiert. Solches Unrecht aufzudecken, zu verhindern und zu bekämpfen, gehört zu den großen Herausforderungen unserer Zeit.
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